Kurz: Die Nettokaltmiete ist die reine Mietzahlung ohne Betriebskosten und ohne Heizkosten. Sie ist die korrekte Bezugsgröße für alle Rendite- und Bewertungskennzahlen: Faktor, Bruttomietrendite, Ertragswertverfahren. Multipliziert mit 12 ergibt sie die Jahresnettokaltmiete — das wichtigste Datum jeder Renditeobjekt-Bewertung.

Abgrenzung zu Brutto- und Warmmiete

MietbegriffWas ist enthalten?
Nettokaltmiete (Kaltmiete, Grundmiete)Nur Mietzins fürs Wohnen
BruttokaltmieteNettokaltmiete + kalte Betriebskosten (Müll, Wasser, Hausmeister, Grundsteuer)
Bruttowarmmiete (Inklusivmiete)Bruttokaltmiete + Heizung und Warmwasser

Berechnung der Jahresnettokaltmiete

Jahresnettokaltmiete = Summe aller monatlichen Nettokaltmieten × 12. Beispiel 6-Parteien-Haus:

Jahresnettokaltmiete = 65.640 €. Diese Zahl ist die zentrale Größe für alle weiteren Berechnungen.

Bei Leerstand und Eigennutzung

Steht eine Wohnung leer oder wird vom Eigentümer selbst genutzt, wird die marktübliche Miete laut Mietspiegel angesetzt. Wer das nicht tut, errechnet einen zu niedrigen Ertragswert. Wichtig: Bei deutlich unter Markt vermieteten Bestandseinheiten kann zusätzlich der Übergang zur ortsüblichen Vergleichsmiete als realisierbares Mietsteigerungspotenzial einbezogen werden — je nach Investmenthorizont mit Abschlag.

Praxisbeispiel

Käufer betrachtet ein 8-Parteien-Haus in Düsseldorf. Verkäufer wirbt mit ‚6,2 % Bruttomietrendite' und 1,4 Mio. € Kaufpreis. Bei Nachfrage stellt sich heraus: Berechnung erfolgte auf Bruttowarmmiete (104.000 €/Jahr). Tatsächliche Nettokaltmiete: 78.000 €/Jahr. Reale Bruttomietrendite: 78.000 ÷ 1.400.000 = 5,57 % — nicht 6,2 %. Auf Faktor-Basis: angeboten als 13,5er-Faktor, real 17,9er — für Düsseldorf B-Lage marktüblich, aber kein Schnäppchen. Wer auf Brutto rechnet, zahlt 10–30 % zu viel.

Häufige Fehler

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