Kurz: Das Exposé ist die Verkaufsbroschüre eines Mehrfamilienhauses — gedruckt oder digital. Bei Renditeobjekten unterscheidet es sich grundlegend vom Eigenheim-Exposé: Es liefert vor allem belastbare Mietzahlen, Bewirtschaftungskosten und Investitionskennzahlen, weniger lifestyle-orientierte Wohnbeschreibungen. Ein gutes Exposé spart Rückfragen und führt zu schnelleren Entscheidungen.

Pflichtinhalte für ein Renditeobjekt-Exposé

Aufbau und Reihenfolge

Bewährt hat sich folgende Struktur: 1) Deckblatt mit Hauptfoto und Eckdaten, 2) Lagebeschreibung mit Stadtteilanalyse, 3) Mietaufstellung, 4) Kennzahlen, 5) Objektbeschreibung mit Sanierungshistorie, 6) Foto-Galerie, 7) Energieausweis-Auszug, 8) Investitionsbedarf in den nächsten 5 Jahren, 9) Anhang mit Grundbuchauszug, Mietverträgen und Energieausweis. Profis ergänzen einen Sanierungsplan inkl. Kostenschätzung — das schafft Vertrauen.

Digitales vs. Papier-Exposé

Digitale Exposés (PDF oder Web-Portal) erlauben Filterung nach NDA — Mietverträge erst nach Identifikation. Das schützt Mieter und filtert unseriöse Anfragen. Papier-Exposés haben bei traditionellen Investoren noch ihren Platz. Für Off-Market-Deals ist das Web-Exposé Standard. Wichtig: Watermark mit Anfragedatum verhindert Streuung.

Praxisbeispiel

Verkäufer in Köln stellt 8-Parteien-Haus mit 5,2 % Bruttorendite (Faktor 19,2) in einem Exposé vor. Ein erfahrener Käufer rechnet nach: Drei Wohnungen liegen 22 % unter Mietspiegel, weitere zwei sind langjährig gleich. Bewirtschaftungskosten realistisch 24 %. Die echte Nettorendite liegt eher bei 3,4 %. Verhandlungsbasis sinkt um 180.000 € — wäre vermeidbar gewesen mit ehrlichem Exposé inkl. Mietsteigerungspotenzial-Berechnung als Plus, nicht als verschleierter Mangel.

Häufige Fehler

Verwandte Begriffe

Vor dem Exposé: realistischen Marktwert kennen — kostenlose Sofortbewertung in 60 Sekunden.